„Manche nennen es Musik, doch für die meisten ist es Krach“, tönt’s im Intro. Das bedeutet damals
wie heute: Der Sänger und Gitarrist der Besten Band der Welt versucht gar nicht erst, seine musikalische
Herkunft zu leugnen und das ist damals wie heute etwas Gutes.
Nur am Rande sei bemerkt, dass FARIN URLAUB den Großteil des Krachs selbst eingespielt hat. Einzig
die Bläser und Streicher hat er sich ins Studio geholt und wer glaubt, „Endlich Urlaub!“ käme lediglich als
nostalgisches Hörerlebnis für den graumelierten Fan erster Stunde ums Eck, hat sich gewaltig in tiefliegende
Gewebsschichten geschnitten.
In „OK“ wird dem geneigten Hörer floskelfrei die Fresse poliert – mit scharf gezackten Gitarrenriffs und
dem roten Saft eines frisch zerfetzten Herzens. „Glücklich“, „Phänomenal egal“ und „Sumisu“ schreien
ungebrochen „IchIchIch“, wenn die Frage nach Singleauskopplungen im Raum steht.
Nur für jene, die unheilvollen Zeiten gern mit Vogelstrauß-Ignoranz oder gar sanfter Zerstreuung begegnen
wollen, wird’s hier gewohnt schwierig – auch wenn’s an musikalischer Vielgestaltigkeit nicht mangelt.
Unbequem kann man, wer hätte das gedacht, auch zu Surf-Sounds werden; wenn’s sein muss, geht’s sogar
rein instrumental. Auf „… und die Gitarre war noch warm“ wabert’s einem nämlich zu High Noon in bester
Morricone-Manier apokalyptisch entgegen.
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Last In: 23 years ago




